Besiedlung

Die Besitzverhältnisse vom Beginn der Kolonisierung 1807 bis zur Erstellung der Uraufnahme 1827 sind sehr schwierig nachvollziehbar. Zwar sind in den Fassionen B 117 von 1807 alle Käufernamen und die Grundstücksgrößen sowie die Kaufpreise aufgeführt aber nur der Reihe nach nummeriert. Es fehlt auch das Kaufdatum. Nur die Jahreszahl ist angegeben.

Im HR-Kataster B 118 (1807 – 1815) sind dann die Hausnummern von 1 – 97 bereits den Besitzungen zugeordnet. Die Unterlagen stammen vom Staatsarchiv auf der Burg Trausnitz.

Ein richtiger Bestand an Haus-Nummern und Besitz ist mit absoluter Sicherheit erst als Folge der Uraufnahme von Schwimmbach aus dem Jahr 1827 zu ersehen.

Die Uraufnahme, d.h. die Vermessung und Beschreibung der Häuser Schwimmbachs erfolgte vom 02. – 22. August 1827.

Eine genaue Karte im Maßstab 1:5000 wurde erstellt.

Sinn der Uraufnahme war, die Grundstücke und deren Bonität genau zu erfassen weil daraus die Abgaben (heute Grundsteuer) errechnet wurden. Dies war die Haupteinnahme des Staates und daher nicht im Sinne der Grundbesitzer.

Nach den Uraufnahmen in Bayern wurde auch eine „Liquidation“ d.h. Beschreibung der Orte durchgeführt. Diese Liquidation wurde für unseren Ort 1841 abgeschlossen. Bei einigen Haus-Nr. (8, 42, 56 und 66) gab es noch eine Besonderheit. Diese Ansiedler verkauften kurz nach der Uraufnahme ihre Flächen und kauften dafür ungerodete Flächen. Nachdem zum damaligen Zeitpunkt noch keine Flurnummern zugeteilt waren, nahmen sie ihre Haus-Nummern mit. In welchem Jahr dies bei den einzelnen Ansiedlern geschah muß ich erst noch aus den Unterlagen des Staatsarchives heraus suchen. Der Zeitaum war um 1830. Die beiden Ansiedler Nr. 47 und 90 hatten bereits vor der Vermessung umgesiedelt.

Dies hatte zur Folge, dass diese Nummern dann ganz woanders im heutigen Ort erschienen. 1832 – 33 wurden Plan- und Flur-Nummern zugeteilt. Bei Besitzwechseln nach dieser Zeit bzw. Grundteilungen und Neugründungen wurden die Zusätze ¼, ½ oder auch 1/6 verwendet. Erst nach 1900 wurden dann die Haus-Nr. ab 116 – 177 zugeteilt.

1859 besaß z.B. Caroline von Loeweneck Gräfin zu Geltolfing in Schwimmbach noch 90 Tagwerk und 16 dezimal Grund den sie am 07.03.1860 an Max Graf von Otting und Fünfstetten verkaufte. Es handelt sich um den „Sattelbogen“ Der Grund wurde mehrmals weiter verkauft und geteilt.

Aus den Jahren um 1815, also kurz nach der ersten Besiedlungswelle, ist eine Militärkarte vorhanden . Dort sind auch die einzelnen Häuser der Uransiedler eingezeichnet. Bis zur Uraufnahme 1827 und auch später gab es etliche Hausverlegungen. Die Flurnummern sind auch später bei Zu- oder Verkauf oft noch geändert worden den noch dazu gab es sehr viele Grundstückkäufe im 1 oder 2 Tagwerk-Bereich.
Per Dekret wurden einige Male Holzgrundstücke auf verschiedene Kolonisten zur Urbachmachung aufgeteilt so z.B. 1823

1876 am 28.10. USV-Nr. 433 Notar Pichlmayer kauft die Gemeinde Schwimmbach vom Ehepaar Seeholzer Haus-Nr. 60 340 qm Grund und errichtet darauf das Armenhaus. Haus-Nr. wird 60 1/3

PS: Allen Schilderungen liegen die bis 1993 geltenden Haus-Nr. zugrunde.