Liquidationsprotokoll 1841

Allgemeine Vormerkung zur Steuergemeinde Schwimmbach

Inbegriff

Die Steuergemeinde Schwimmbach besteht:

Die Ansiedlung Schwimmbach, in der Pfarrei Leiblfing, Dorf kann es nicht genannt werden, weil die Ansiedlungen sehr zerstreut auseinander liegen, dieselbe zählt mit Häuser angesessene Besitzer 548, Parzellen Fläche

Darunter ist begriffen die Filialkirche ohne unsteuerbare Gegenstände und das Schulhaus.

I. Bestand:

a. Im gebundenen Zustand ist in dieser Gemeinde nur der Gutsrest des Bauern Sebastian Hiergeist, Haus-Nr. 49. Der übrige Besitz ist walzend, bis auf einige wenige Grundstücke, die Partinenzien zu auswärts liegenden Gütern sind.
b. eine geregelte Dreifelderwirtschaft besteht in dieser Gemeinde nicht, da jeder seinen Grundbesitz beisammen, und um sein Häuschen herum besitzt, so daß es ihm leicht möglich ist, den größeren Theil seines Besitztums alle Jahre zu bebauen.

c. Wechselgründe und solche, die von Zweien oder auch Mehrern gemeinschaftlich benützt werden, sind, wenn und wo solche vorkommen, mit Sternchen/*/ bezeichnet.

d. die unsteuerbaren Gegenstände, welche eigene Flächen einnehmen, sind mit eigenen Plannummern, die übrigen aber mit Buchstaben versehen, und gleich den steuerbaren Gegenständen nach ihrem Bestande im Zeitpunkt der Liquidation mit den ihnen angebenden Nutzungen und Verbindlichkeits-Verhältnissen erhoben, und im Protokoll der Gesamtsteuergemeinde beim Staate oder bei jenen Privaten vorgetragen, welchen sie eigenthümlich angehören.

Ein gemeindliches Weiderecht besteht nicht, Jeder weidet für sich auf seinen eigenthümlichen Gründen, deswegen hat die Gemeinde auch kein Hirthaus und keinen Hirten.

e. Die Gemeinde Schwimmbach hat ausser einem Schulhause welches auf einem vom Bauern Sebastian Hiergeist hergeschenkten Grunde vor einigen Jahren erst neu hergestellt wurde, und ausser einer Kiesgrube die erst angekauft wurde, durchaus keinen steuerbaren Komunbesitz.

f. Die Gemeindegrenzen von Schwimbach, welche auf dem Steuergemeindeplan nicht so hergestellt waren, wie diese Gemeinde gerichtlich konstituiert wurde, haben zwischen Schwimmbach und Leiblfing in der Art eine Abänderung erlitten, daß die Gründe von Plan Nr. 334 bis 346 einschließlich, worauf sich auch zwei Ansiedlungen, nämlich die des Sebastian Anetsberger, und die des Joseph Dürr befinden, von Schwimbach getrennt, und der Gemeinde Leiblfing einverleibt werden mußten, und zwar auf Grund eines Protokolls vom 18. Oktober 1839.

II. Zehentenverhältnisse

Außer dem Restkomplex des Hiergeistenhofes Haus-Nr. 49 zu Schwimbach, und den Ausbrüchen aus diesem Hofe befinden sich in der ganzen Steuergemeinde keine zehentbaren Grundstücke.

Vom Restkomplex wird Groß, Klein und Blutzehent und von den Ausbrüchen Groß und Kleinzehent zur Pfarrei Leiblfing gereicht.

Der übrige Grundbesitz ist theils als bodenzinsiges zehentfreies Eigenthum ursprünglich vom Staate erkauft worden, und theils besteht er aus Gründen, die nach ihrem gegenwärtigen Kulturzustande keinen Zehent geben können, und von denen auch nicht bekannt ist, wohin sie einen Zehent geben müßten, wenn sie in Felder umgewandelt würden.

Der Blutzehent begreift in sich:

Spanferkel, Lämmer, Gänse, Enten und Hühner das zehnte Stück, und es ist dabei Abservanz daß von einem Jahr auf das andere übergezählt wird. Kühkreuzer nemlich von jeder Kuh einen Kreuzer erhebt die Pfarrei vom Bauern Hiergeist auch, und diese gehören ebenfalls zum Blutzehent.

Der Großzehent begreift in sich: die vier regelmäßigen Getreidearten,als Weizen, Korn, Gerste, Haber, dann Erbsen, Linsen und Wicken, wenn sie zum Samen reif werden, werden aber diese grün abgemäht, gehören sie zu den Futterkräutern.

Zum Kleinzehent gehören: Kraut, Erdäpfel, Flachs, Hanf und Rüben aller Art. Die Futterkräuter, als: Klee, Erbsen, Linsen und Wicken, letztere drei Gattungen wenn sie grün abgemäht werden, sind zehentfrei.

Andere Früchte sind bisher nicht gebaut worden, es kann also davon auch hier keine Sprache sein.

III. Dominicalverhältnisse dann besondere Rechte, Leistungen und Verbindlichkeiten.

Gerichtsbarkeits – Verhältnisse:

das kgl. Landgericht Straubing übt in der Regel die Gerichtsbarkeit in der ganzen Steuergemeinde aus.

Ausgenommen sind jedoch

die Kirche, das Schulhaus, und der Bauernhof des Sebastian Hiergeist, Haus-Nr. 49 und alle Ausbrüche aus diesem Hofe, welche unter der Gerichtsbarkeit des Adelig von Niethammerschen Patrimonialgerichts Mengkofen stehen.

(die in dieser Gemeinde gelegenen Besitzobjekte des Jakob Brunner, Haus-Nr. 22 in Haidersberg Steuergemeinde Hainsbach gehören unter die Gerichtsbarkeit des fürstl..Thurn und Taxischen Patrimonialgerichts Laberweinting)

Grundbarkeitsverhältnisse:

Zu einem Grundverbande stehen in dieser Gemeinde nur der Restkomplex des Hiergeisthofes Haus-Nr. 49 und alle Ausbrüche aus diesem Hofe.

Die bei….Haus-Nr. 1. 28. 4o. 59. 66. 92. 93 und 97 laut vorgetragenen Wiesen, die vom Posthalter Zeller in Mengkofen herrühren, und endlich

die Waldung Plan-Nr. 56 der Witwe Anna-M.Wenninger Haus-Nr. 53 von Alburg.

Der Grundverband der bezeichneten Realitäten ist ein Erbrechtsverband, und die Grundherrschaften sind:

ad 1. Die Gutsherrschaft von Buchhausen, welche die Laudemien in allen Besitzveränderungsfällen mit 7 ½ Prozent erhebt, so daß 1/2o des letzterhobenen Laudemiums die steuerbare Laudemialrente ausmacht

ad 2 und 3. Das königliche Staatsbüro und zwar das kgl. Rentamt Straubing.

Für die sub. Nr. 3 bezeichneten Realitäten werden statt der früheren Laudemien jährliche Meierschaftsfristen bezahlt und für die sub. unter Nr. 3 für jeden Veränderungsfall auf 83 fl 2o kr fixiert wovon ebenfalls 1/2o die steuerbare Laudemialquote ausmacht.

Die übrigen Besitztümer in dieser Gemeinde sind regelmäßig eigen, mit Kornbodenzins zum kgl. Rentamte, und nur wenige davon sind freieigen.

Naturalfrohnen, besondere Leistungen, Eheschaftsgerechtsamen und Wasserleitungen kommen in dieser Gemeinde nicht vor.

Das hohe und niedere Jagdrecht steht dem Staate zu und ist verpachtet.

Der Zehent, welchen die Pfarrei Leiblfing in der Steuergemeinde Schwimbach bezieht, ist mit Geld und Getreidegefällen zum kgl Rentamte belastet.

Besondere Verhältnisse, die nur einzelne Gründebesitzer betreffen, kommen in dieser Steuergemeinde auch nicht vor.

IV. Ankunftstitel und sonstige Verhältnisse

Wo sich der Erwerb auf eine briefliche Urkunde stützt, wurde diese im Ankunftstitel immer allegirt, wo aber die Verbriefung zwar geschehen, dem Liquidanten aber die Urkunde darüber durch Brand, Krieg oder andere Weise verloren gegangen ist, wurde der Ankunftstitel aus den Kontrakten-Protokollen, oder aus dem Hypothekenbuche des einschlägigen Richteramtes erholt.
Zu einzelnen Fällen jedoch blieben die Bemühungen der Kommission, aufschlußgebende Verhandlungen aufzufinden, fruchtlos. In diesen Fällen wurde der Erwerb nach der Angabe der Beteiligten mit den notwendigen Aufschlüßen vorgemerkt.

Da aber, wo die Steuerumschreibungen zwar gepflogen wurden, die Verbriefungen aber unterblieben sind, wurde sich im Erwerbstitel öfters auf konfuse Steuerumschreibezertifikate oder auf das rentämtliche Steuerumschreibebuch oder gar auf die Abgabenumlage berufen.

Wo aber weder eine gerichtliche Verbriefung, noch eine rentämtliche Steuerumschreibung vorausging, wurde die Erwerbsart zwar auch nach der Angabe der Liquidanten vorgemerkt am Schluße der gemeindlichen Liquidation aber wurden sämtliche unverbriefte Realitäten in ein Verzeichnis gebracht und dem kgl. Rentamte zur Ausstellung der Umschreibungs-, Anmeldungszertifikate mit dem Beifügen übergeben, solches Verzeichnis mit den Umschreibs-Anmeldungszertifikaten der einschlägigen Gerichtsbehörde zur gerichtlichen Verbriefung mitzutheilen.

Bei der Gemeinde, Kirche und Schule wo die Urkunden über den Erwerb mangeln, hat man sich auf den unfürdenklichen Besitz berufen.

Weitere Verhältnisse, die sich hier zur Aufführung eignen, sind nicht bekannt, man hat daß wegen der allgemeinen Vormerkung geschlossen, und vom Gemeindeausschuß zur Anerkennung unterschreiben lassen.

Straubing, am o6. März 1841

Handzeichen
X X X Sebastian Hiergeist
“ X X X Johann Kerscher
Wolfgang Bräu
Handzeichen X X X Johann Ernst
“ X X X Xaver Scherm
Sebastian Ziegler

Koengl. Steuer “Liquidations Commission